„Es wird noch zu wenig getan“

Wie denken die Lehrkräfte an unserer Schule über den Klimawandel? Und was tun sie selbst dagegen? Karla und Virginia haben bei Herrn Schüler nachgefragt.

Virginia: Was halten Sie vom Klimawandel?

Herr Schüler: Ich finde, dass der Klimawandel ein Thema ist, über das, auch wenn es so präsent ist und man das Wort oft hört, viel zu wenig wirklich intensiv gesprochen und nachgedacht wird. Es wird noch zu wenig getan um diese drohende Katastrophe aufzuhalten.

Karla: Wer kann Ihrer Meinung nach am besten gegen den Klimawandel vorgehen? 

Herr Schüler: Das ist eine gute Frage. Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, also ich glaube es wird oft von den Medien, aber auch von Politikern und großen Konzernen, gesagt, dass jeder Einzelne etwas tun kann und muss. Das ist auch so, aber ich finde, dass oft so getan wird als läge der Klimawandel in den Händen von uns Verbraucher*innen. Wenn wir zum Beispiel einkaufen gehen, dann wird gesagt, dass wir anstatt dem Steak, lieber die vegane Wurst kaufen sollten und dass wir damit dann das Klima retten würden. Ich denke jedoch, dass das ein Triebschluss ist. Klar hilft das, aber es ist zu wenig. Die entscheidenden Entscheidungen müssen und können nur von Politiker*innen getroffen werden.

Virginia: Wenn Sie Politiker wären, was würden Sie gegen den Klimawandel tun? 

Herr Schüler: Ich würde auf jeden Fall etwas in der Landwirtschaft ändern. Ich finde, dass Fleisch viel zu billig produziert und verkauft wird und deshalb viel zu viel konsumiert wird. Ich glaube im Allgemeinen geht es darum, den Menschen zu erklären, dass der Lebensstil, den wir gerade führen, auf Dauer nicht durchzuhalten ist und dass wir schon eine gewisse Einschränkung brauchen. Ich finde hier ist Gerechtigkeit total wichtig, denn wenn man jetzt sagt: „Wir machen das Fleisch super teuer damit weniger Leute es essen“, dann betrifft das nur die, die weniger Geld haben, und das ist das was nicht passieren darf. Denn diese Belastung, die auf uns zukommt, sollte gerecht verteilt werden und die, die sowieso wenig haben, sollten entlastet werden. Denen muss geholfen werden. Und die Menschen, die sehr viel konsumieren, die sollten sich mehr einschränken.

Fragt doch mal, was eure Lehrer so gegen den Klimawandel tun, oder stoßt eine Diskussion in eurer Klasse an! (Foto: pixabay)

Karla: Welche Organisationen gegen den Klimawandel kennen Sie schon und welche ist Ihrer Meinung nach die wichtigste? 

Herr Schüler: Oh Gott, welche kenne ich denn alle? Naja, diese ganzen Naturschutz-Vereine wie BUND und WWF … ich nehme an, die werden wohl auch alle den Klimawandel als Thema haben. Aber ich glaube schon das Fridays For Future und alle anderen Organisationen, die sich da angeschlossen haben, schon ziemlich große Game Changer in den letzten Jahren gewesen sind. Vor allem bei den Jüngeren, bei Schüler*innen und Studierenden hat es für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Da so oft von ihnen in den Medien berichtet wurde, bekamen sie schnell auch die Aufmerksamkeit der Politiker*innen. 

Virginia: Waren Sie schon einmal auf einer Demo und wie hat es Ihnen gefallen? 

Herr Schüler: Ja, ich war schon mal auf einer Demo bei Fridays for Future. Das war ein Umzug hier in Hannover durch die Stadt. Das hat mir sehr gut gefallen, da waren sehr viele Leute, auch viele junge Leute. Mit dieser einen Demo hat man zwar nicht viel geändert aber es war auf jeden Fall eine große Motivation für alle die dort mitgelaufen sind.

Karla: Was halten sie von wiederverwendbaren Produkten? 

Herr Schüler: Viel. Es gibt noch viel zu wenig davon, würde ich sagen. Mir fällt selbst auch gar nicht so viel ein, was ich an wiederverwendbaren Dingen benutze, außer Mehrwegflaschen und so. Also, ich denke da ist noch viel Luft nach oben. Ich habe gesehen, dass es jetzt bei Rossmann Nachfüllstationen für Shampoo gibt, da kann man sich dann etwas abzapfen, aber das machen halt die wenigsten. Ich würde Pfand auf Shampoo-Flaschen viel sinnvoller finden. Das ist wieder so eine Sache, die ich als Politiker verändern würde. 

Virginia: Was tun Sie persönlich gegen den Klimawandel? 

Herr Schüler: Ich tue auf jeden Fall noch zu wenig. Ich gehe manchmal Demonstrieren, aber lasse auch nicht alles stehen und liegen dafür, sondern machr das eher, wenn es passt und das Wetter gut ist. Außerdem versuche ich Müll zu vermeiden. Ich versuche, in den Urlaub mit dem Zug zu fahren z.B. meinen letzten Sommerurlaub hatte ich In Rumänien. Das hat zwar zwei Tage gedauert, bis ich in Bukarest war, aber es war eine schöne Reise. Ansonsten versuche ich viel selbst zu kochen. Ich habe so eine Abo-Box mit Gemüse und das versuche ich dann aufzubrauchen und wenig wegzuschmeißen. Also, all das was man im Alltag so tun kann, ohne sich zu sehr einzuschränken. Aber ich fürchte, um wirklich was zu verändern, müsste man sich einschränken. 

Karla: Was hatten sie für einen Eindruck von dem Bio Lab?

Herr Schüler: Ich fand die Experimente sehr cool. Ich bin ja auch NW-Lehrer, deswegen weiß ich, was das für ein Aufwand ist, solche Experimente vorzubereiten. Wir waren mit der Schülerzeitung ja auch da und ich hatte den Eindruck, dass vieles, oder zumindest die Grundlagen klar geworden sind. Ich empfehle allen Klassen dort mal 1-2 Doppelstunden hin zu gehen, weil es zur Aufklärung zum Thema Klimawandel viel beiträgt. 

Virginia: Was denken sie über Fast Fashion? 

Herr Schüler: Ich denke das ist ein sehr großes Problem, was mich aber nicht so doll betrifft, weil ich meine Klamotten so lange trage bis sie zerfallen. Ich kaufe wirklich wenig Klamotten, natürlich kaufe ich auch mal Markenklamotten oder Sachen die ich cool finde, und auch wenn Jeans schlecht für die Umwelt sind trage ich sie trotzdem. Wenigstens trage ich sie dann solange, bis sie so zerlöchert sind, dass man sie nicht mehr tragen kann. Man könnte da noch mehr machen, aber ich würde sagen im Durchschnitt bin ich auf der Seite die eher ein kleineres Problem mit Fast Fashion hat.

Karla: Wer oder was ist ihrer Meinung nach am meisten für den Klimawandel verantwortlich? 

Herr Schüler: Ich weiß nicht, ob es jetzt etwas bringt mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen. Das ist ja so ein typischer Mechanismus auf globaler Ebene, dass die Deutschen zum Beispiel sagen: „Ja, wenn wir jetzt auf null Emissionen runter gehen würden und kein CO2 mehr produzieren würden, bringt das ja nichts wenn die Chinesen weiter machen, weil wir sind ja nur für 2% verantwortlich, global gesehen.“ 

Virginia: Denken sie unsere Umwelt wäre besser dran mit weniger Menschen auf der Welt? 

Herr Schüler: Rein Mathematisch gesehen: ja. Wenn’s jetzt nicht 10 Milliarden Menschen wären in paar Jahren sondern nur 1 Milliarde Menschen, dann wäre der Klimawandel kein Thema mehr. Der Mensch ist zum Glück frei und man kann keinem vorschreiben wie viele Kinder man kriegen soll. Die Freiheit des Menschen ist da das höchste Gut und man muss irgendwie einen Weg finden, viele Menschen mit wenig Klimaschädigung zu vereinen.

Schreibe einen Kommentar