Fridays For Future

Am Freitag den 15.03 waren bis zu 13.000 Menschen in Hannover auf den Straßen, 300.000 Menschen in Deutschland und über eine Million Menschen weltweit. Und sie alle demonstrierten für den Klimaschutz. In Deutschland allein waren mehr als 200 Städte für den Schulstreik angekündigt, weltweit 2000.

Seit Wochen schwänzen Schülerinnen und Schüler den Unterricht, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Angefangen mit Greta Thunberg, die sich jeden Freitag vor das schwedische Parlamentsgebäude setzte und mit dem Schulstreik für besseres Klima anfing. Dies wurde inzwischen zu einer globalen Bewegung, die am 15.03 international von über einer Million Menschen begleitet wurde.

Trotz des schlechten Wetters versammelten sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, ganze Schulen, Eltern und viele mehr in Hannover und machten mit Schildern wie „We Are Not Enviromentalists, We Are Air Breathers“ (übersetzt: „Wir sind keine Umweltschutzakitivisten, wir sind Atmende.“) aufmerksam, dass es um die Zukunft aller Kinder, Jugendlichen und nächsten Generationen geht. 

Foto: Lea Simunovic

Denn der Klimawandel ist eine Tatsache und wir Menschen sind die Ursache. So beeinflussen wir den Klimawandel zum Beispiel mit der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas und erhöhen den Gehalt von CO2 in der Luft, da der Mensch zunehmend Treibhausgase freisetzt. Eine Folge davon ist die globale Erderwärmung und somit auch der Wechsel von Warm- und Kaltzeiten. All dies führt dazu, dass unser Meeresspiegel steigt, wir uns auf häufigere Stürme und nassere Winter einstellen können, aber auch genauso auf von Hitze überkommene Sommer. 

Gegen all die Folgen des Klimawandels demonstrieren Jugendliche, um so Druck auszuüben und für eine bessere Klimapolitik zu kämpfen. Und wie wird dies deutlicher, wenn man es nicht während der Schulzeit tun würde?

Foto: Lea Simunovic

Doch genau das ist der Kritikpunkt an der Bewegung: Die Demonstrationen finden während der Schulzeit statt. Schüler/innen werden also dazu animiert die Schule zu schwänzen. Die Schulen sind dazu verpflichtet die fehlenden Stunden mit 00 Punkten zu bewerten, um wiederholt auf die Schulpflicht zu verweisen und dem Schwänzen für die Freitagsdemonstrationen keinen Applaus zu geben. Jedoch gibt es auch einige Schulen, die die Teilnahme an der Demo als gemeinsamen Schulausflug anmelden, um damit gemeinsam ein Warnzeichen zu setzen. Aber was ist es denn auch am Freitag die Schule zu schwänzen, wenn die Regierenden das Klima schwänzen? 

Bisher wurden jegliche Anzeichen für den Klimawandel ignoriert: der steigende Meeresspiegel, Fluten, Extremwetter, aber auch z.B. die Belastung des Plastikmülls im Ozean. Auch Warnungen der Wissenschaft und das Pariser Abkommen wurden ignoriert und jetzt versuchen Schüler dies zu ändern. Sie zeigen, dass sie solange die Schule schwänzen werden und solange dagegen demonstrieren bis die Regierenden handeln und sie ernst genommen werden. 

Foto: Lea Simunovic

Diese Bewegung und der 15. März sind eine Wende in der Einmischung der Jugend in die Politik und die Klimadebatte. Endlich greift die Jugend in die Politik ein und thematisiert die Ignoranz der Verantwortlichen. Sie werden erst aufhören bis sich etwas verbessert hat. Und das ist außerdem noch ein positiver Punkt an der Bewegung: Sie verlangen nicht einfach nur eine Veränderung, sie geben auch Lösungsansätze, wie die Beschleunigung des Ausbaus der erneuerbaren Energien, den Kohleausstieg bis 2030 oder die CO2-Steuer. Aber auch genauso simple Lösungsansätze, mit denen jeder einzelne schon einmal anfangen kann: Zum Beispiel weniger Auto fahren oder auf Fleisch verzichten. Und vor allem wichtig: den Plastikkonsum verringern!

Diese Botschaft der Bewegung kann man also nicht ernst genug nehmen.

Lea Simunovic

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