Plastik und seine nachhaltigen Alternativen

Plastik? Was ist Plastik? 
Plastik ist ein Kunststoff aus Kautschuk und Schwefel, das seit 1839 das Leben vieler Menschen weitestgehend bereichert und seit dem 20. Jahrhundert aus nahezu keinem Haushalt mehr wegzudenken ist. 

Im Durchschnitt werden im Jahr 370 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt, die in die Produktion fließen und dort zu Plastikflaschen, Kunststoffzahnbürsten und sogar Bettdecken verarbeitet werden.
Seit 1950 wurden somit knapp 8 Milliarden Tonnen produziert (Plastikmüll Statistiken Statista), eine große Zahl, wenn man bedenkt, dass nur 69 Jahre dazwischenliegen. Und betrachtet man die Plastikmüll-Statistiken aus dem Jahre 2016, so scheint die Zahl sogar noch größer, denn die Wahrheit ist, dass nur knapp 600 Millionen Tonnen des Plastikmülls tatsächlich wieder recycelt wurden – was gerade einmal 7,5% der Gesamtmasse entspricht. 
Problematisch daran ist, dass Kunststoff nur sehr langsam zerfällt – genau genommen braucht eine Plastikflasche zum Zerfall über 400 Jahre. Was bedeutet, dass jede nicht recycelte Plastikflasche seit der Entdeckung des Kunststoffes noch immer auf unserem Planeten verweilt… wie jedes andere, jemals produzierte Stück Kunststoff ebenfalls.
Nicht selten ist die Folge dessen, dass unsere Natur, damit eingehend unsere Wälder und Meere, von Plastikmüll befallen sind. Gerade in Schwellenländern, darunter Thailand, hat die Umwelt schwer mit den Folgen des Plastikkonsums zu kämpfen. Denn das Bewusstsein für richtigen Umgang mit Kunststoff und Recycling kommt erst langsam – leider oftmals viel zu langsam – ins Rollen. 
Doch hat nicht nur unsere Natur und Umwelt darunter zu leiden, da auch die Gesundheit des Menschen betroffen ist; Plastik beginnt beim Menschen und Plastik endet beim Menschen. Denn nehmen wir Mikroplastik durch aus der Umwelt gewonnene Nahrung auf , dann sind wir dem Mikroplastikkreislauf ausgesetzt – solange wir unserer Bequemlichkeit nicht entfliehen und nach Alternativen suchen.

Doch was sind Alternativen und ganz besonders Zero-Waste-Alternativen?
Zero Waste (null Abfall) bedeutet im Großen und Ganzen: Möglichst wenig Abfall soll produziert werden, um so besonders die natürlichen Rohstoffe unserer Erde nicht zu gefährden. Dies richtet sich ganz nach dem Aspekt der Nachhaltigkeit, der Wert darauf legt, dass starkes Konsumverhalten abgelehnt wird.

Statt der Plastiktüte lieber auf wiederverwendbare Alternativen zurückgreifen! Bild: Wikipedia

Klingt kompliziert? Muss es aber nicht sein. Denn Nachhaltigkeit fängt oftmals klein an. Bereits im Supermarkt, wenn man auf Plastiktüten verzichtet und lieber einmal mehr an den Jute- und Gemüsebeutel von zu Hause denkt, anstatt an der Kasse zur Plastiktüte (oder Papiertüte) zu greifen. Gemüsebeutel gibt es mittlerweile in vielen gut ausgestatteten Supermärkten für wenig Geld zu kaufen und diese können bei jedem Einkauf neu verwendet werden. Auch sollte im Supermarkt der erste Griff nicht immer zu dem eingeschweißten Gemüse gehen. Einfach die unverpackten Karotten schnappen, in den Gemüsebeutel stecken und dann zu Hause gründlich waschen. So kauft man den Plastikmüll erst gar nicht ein.

Weitere Produkte, die leicht mit Alternativen zu ersetzten sind, wären zum Beispiel: Zahnbürsten, die durch Bambuszahnbürsten aus der Drogerie ersetzt werden könnten oder auch der Rasierhobel als Ersatz zum herkömmlichen Einwegrasierer. Auch Gesichtscremes und Öle gibt es in Glasflaschen zu kaufen.

Möchte man noch etwas weiter gehen, könnte man beispielsweise bei der Zahnpasta, dem Shampoo oder dem Weichspüler ansetzten und so große Mengen von Mikroplastik vermeiden. Denn diese drei Produkte führen unter anderem dazu, dass bei jedem Gebrauch immer und immer wieder kleine Partikel des im Produkt enthaltenden Kunststoffes in unser Wasser gelangt.


Die Alternativen?
Zahnpaste selber machen – Beispielrezept: 4 gehäufte TL Schlämmkreide, 3 EL Xylithol (Birkenzucker), 6-8 EL (Bio-)Kokosöl, 10 Tropfen Minzöl.
Festes Shampoo aus dem Reformhaus, statt der Plastiktube aus dem Supermarkt.
Und für den Weichspüler: einen Schuss Apfelessig mit einigen Tropfen ätherische Öle, um die Wäsche geschmeidig zu machen und duften zu lassen.

Doch besonders wichtig dabei ist; bevor man zur Alternative greift sollte man das alte Produkt unbedingt aufbrauchen – dabei gilt außerdem: Das kleine Löchlein im T-Shirt lieber einmal mehr flicken, als es gleich in den Müll zu werfen! Und statt in Kaufrausch zu verfallen, muss vorher gut durchdacht werden, welche Produkte man für sich selbst braucht und auf welche man eher verzichten könnte. 

Bewusstes Einkaufen ist hier die Devise! 

Laura Schirok

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