JUNIORWAHLEN 2019

Ein Kommentar von Teresa Rübel

Denen eine Stimme geben, die keine haben, das ist der Gedanke hinter den Juniorwahlen, an welchen knapp 500.000 Schüler*innen in ganz Deutschland teilgenommen haben. Dabei haben sie ihre Chance genutzt, ihre Meinung und ihren Standpunkt zu artikulieren und auch ein Zeichen zu setzen: wir sind die junge Generation, wir wollen andere Politik und sobald wir wahlberechtigt sind, werden wir den Laden umkrempeln.
Denn leider sind die Juniorwahlen ja bisher nur ein Meinungsbild, obwohl sich schon öffentlich für eine Absenkung des Wahlalters ausgesprochen wurde, wie z.B. von den Grünen und auch von Katarina Barley, SPD.

Die Juniorwahlergebnisse sprechen jedenfalls eine klare Sprache. Die Schüler wählen reflektiert mit Blick auf ihre Zukunft: soziale, grüne Parteien liegen hoch im Kurs. Bündnis 90 Die Grünen stellten die stärkste Kraft dar und holten 33,9%.

Quelle: www.juniorwahl.de

Dieses Ergebnis steht für den Anfang einer Ära, für eine junge Generation, die sich politisiert. Sie müssen sich mit Politik beschäftigen, weil es ihre unmittelbare Zukunft und Existenz betrifft, wie Europa in den nächsten Jahren Politik machen wird.
Der Ausgang der echten Europawahlen ist für die Juniorwähler*innen deshalb ein Lichtblick, aber noch lange nicht genug.

Der Rechtsruck in Italien, Großbritannien, Frankreich und Ungarn darf nicht unterschätzt werden. Die rechten Parteien stehen für alles, was die junge Generation NICHT will: wir sind an freies Reisen, Frieden und den Euro gewöhnt und würden das jetzige Europa niemals gegen eines eintauschen wollen, in dem jeder Nationalstaat nur seine eigenen Interessen durchsetzt, in dem sich Angehörige von Minderheiten nicht mehr sicher fühlen können und Menschen auf dem Mittelmeer sterben müssen. Darüber hinaus leugnen einige dieser Parteien den menschengemachten Klimawandel, welcher die größte Bedrohung der menschlichen Existenz darstellt.

Deshalb ist es verwunderlich, dass die AfD doch ganze 6,5 Prozent holen konnte. Aus Scherz könnten jüngere Schüler*innen ihre Stimme gegeben haben, sagen einige Mitschüler. Vielleicht kommt von zuhause eine fremdenfeindliche Stimmung, vielleicht ist den Schüler*innen der Ernst der Lage auch nicht bewusst und die AfD wurde gewählt, weil einige Schüler*innen sich nicht umfassend genug informiert haben und nicht wissen, dass diese Partei gefährlich ist. Sie haben blau gewählt, um zu provozieren. Es bleibt zu hoffen, dass diese Schüler*innen bis zur Volljährigkeit ihre Entscheidungen durchdachter treffen, einen realistischen Blick in die Zukunft werfen und sich fragen: wie wollen wir hier leben in Europa? Und sich dann für ein soziales, grünes, gemeinschaftliches, die Menschenrechte achtendes Europa entscheiden.



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